Behandlungen
Adipositas- und metabolische Chirurgie
Adipositaschirurgie verkleinert nicht nur den Magen. Sie verändert, wie der Darm dem Körper Sättigung und Blutzucker meldet. Deshalb wirken manche Verfahren auf einen Typ-2-Diabetes stärker als auf das Gewicht — und deshalb ist die Wahl des Verfahrens eine medizinische Entscheidung, keine Geschmacksfrage.
Die Verfahren
Schlauchmagen (Sleeve-Gastrektomie)
Der Magen wird längs zu einem schmalen Schlauch verkleinert. Der Teil, der entfernt wird, produziert einen großen Anteil des appetitsteigernden Hormons Ghrelin — das ist der Grund, warum sich das Hungergefühl verändert und nicht nur das Fassungsvermögen. Der Darmverlauf bleibt unverändert.
Häufigstes Verfahren, technisch am wenigsten aufwendig. Nicht geeignet bei ausgeprägtem Reflux, weil dieser sich verstärken kann.
Magenbypass (Roux-en-Y)
Ein kleiner Magenpouch wird gebildet und direkt mit einem tieferen Dünndarmabschnitt verbunden. Nahrung passiert einen Teil des Dünndarms nicht mehr; gleichzeitig ändern sich die Darmhormone.
Wird häufig gewählt, wenn zusätzlich ein Reflux oder ein Typ-2-Diabetes besteht. Verlangt lebenslange Substitution von Vitaminen und Spurenelementen — das ist keine Empfehlung, sondern eine Bedingung.
Transit-Bipartition
Kombination aus Schlauchmagen und einer zweiten Verbindung zum unteren Dünndarm. Ein Teil der Nahrung nimmt weiterhin den natürlichen Weg, ein Teil erreicht früher den Ileum-Abschnitt, der Sättigungs- und Blutzuckerhormone freisetzt.
Gedacht für Adipositas mit begleitendem Typ-2-Diabetes. Der Zugang zum Zwölffingerdarm bleibt endoskopisch erhalten — ein praktischer Vorteil gegenüber dem klassischen Bypass.
Ileale Interposition
Ein Ileum-Segment wird weiter nach oben verlagert, damit es früher mit der Nahrung in Kontakt kommt. Der Eingriff zielt auf den Stoffwechsel, nicht auf die Gewichtsabnahme.
Kommt bei Typ-2-Diabetes ohne ausgeprägte Adipositas in Betracht. Ein technisch anspruchsvolles Verfahren, das nicht in jeder Klinik durchgeführt wird und dessen Stellenwert weiter untersucht wird.
Welches dieser Verfahren infrage kommt — und ob überhaupt eines infrage kommt — ergibt sich aus Befund, Vorgeschichte, Begleiterkrankungen und Gastroskopie. Ein Verfahren, das bei einer anderen Person gut funktioniert hat, ist deshalb noch nicht das richtige für Sie.
Der Magenballon
Ein endoskopisch eingesetzter, mit Flüssigkeit gefüllter Ballon, der nach sechs bis zwölf Monaten wieder entfernt wird. Keine Operation, keine Naht, keine dauerhafte Veränderung — und damit auch keine dauerhafte Wirkung, wenn sich Ernährung und Bewegung nicht ändern.
Sinnvoll vor allem als vorübergehende Maßnahme, etwa um vor einem anderen Eingriff Gewicht zu reduzieren.
Was Sie einplanen sollten
- Aufenthalt in Istanbul
- in der Regel 5–7 Tage
- abhängig vom Verfahren und vom Verlauf
- Vor der Reise
- Blutbild, Gastroskopie, Ultraschall
- kann teils im Heimatland erfolgen
- Nach der Operation
- Ernährungsaufbau in Stufen
- schriftlicher Plan auf Deutsch
- Dauerhaft
- Kontrollen und Substitution
- durch eine Ärztin oder einen Arzt vor Ort in Ihrem Land
Ein Punkt, der zu selten deutlich gesagt wird: Adipositaschirurgie ist keine abgeschlossene Behandlung, sondern der Anfang einer dauerhaften Nachsorge. Wer diese Nachsorge im Heimatland nicht organisieren kann oder will, sollte den Eingriff nicht im Ausland durchführen lassen. Klären Sie das mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, bevor Sie buchen — nicht danach.
Ihre Unterlagen ansehen lassen
Schicken Sie Befunde, Größe und Gewicht, Vorerkrankungen und bisherige Therapieversuche. Sie erhalten eine ärztliche Einschätzung, welches Verfahren — wenn überhaupt — in Betracht kommt.